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Leitfaden zu Druckgussfehlern: Ursachen, Diagnose und Abstellmaßnahmen

Dieser technische Überblick hilft, typische HPDC- und LPDC-Fehler systematisch einzugrenzen. Nutzen Sie ihn als Diagnosehilfe, nicht als universelle Einstellanweisung: Legierung, Bauteil, Werkzeug und Maschine erfordern eine eigene Risikobewertung und technische Freigabe.

1. Porosität im Druckguss

Porosity is the most critical quality issue in the foundry, directly degrading mechanical properties and accounting for over 60% of leak test failures in pressure-tight applications. It is categorized into two main types based on its root cause:

1.1 Gasporosität

Gasporosität entsteht, wenn Luft, Dampf oder Gase während der Füllung eingeschlossen werden.

  • Typische Hinweise: eher rundliche Hohlräume, Blasen oder Leckagepfade
  • Mögliche Ursachen: turbulente Füllung, unzureichende Entlüftung oder Vakuumleistung, zu viel Trennmittel oder ungeeignetes Schussprofil
  • Prüfung: CT/Röntgen oder Schliff mit Vakuum-, Sprüh- und Schussdaten abgleichen
  • Maßnahmen: Entlüftung, Vakuum, Dosierung und Geschwindigkeitsprofil kontrolliert testen

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1.2 Schwindungsporosität

Schwindungsporosität entsteht, wenn die Volumenabnahme während der Erstarrung nicht ausreichend durch nachfließendes Metall kompensiert wird.

  • Typische Hinweise: unregelmäßige Hohlräume in thermischen Zentren oder dickwandigen Bereichen
  • Mögliche Ursachen: ungünstige Erstarrungsfolge, lokale Wärmenester, unzureichender Nachdruck oder Speisung
  • Prüfung: Schliff, Röntgen/CT, Temperaturmessung und Erstarrungssimulation kombinieren
  • Maßnahmen: Kühlung, Anschnitt, Nachdruck und Geometrie kontrolliert bewerten

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2. Fließ- und Füllfehler

2.1 Kaltlauf und Kaltverschweißung

Fließ- und Füllfehler zeigen, dass die Kavität nicht unter stabilen thermischen und strömungstechnischen Bedingungen gefüllt wurde. Fehlerbild und Prozessdaten sollten immer gemeinsam ausgewertet werden.

Kaltlauf entsteht, wenn Metallfronten nicht ausreichend miteinander verschmelzen.

  • Mögliche Ursachen: zu niedrige Metall- oder Werkzeugtemperatur, lange Füllzeit, ungünstige Anschnittführung oder instabile Entlüftung
  • Prüfung: Fehlerlage mit Füllbild, Temperaturprofil und Geschwindigkeitskurve abgleichen
  • Maßnahmen: Temperatur, Füllzeit, Umschaltpunkt und Anschnittkonzept einzeln und sicher validieren

2.2 Fließspuren

Fließspuren sind sichtbare Oberflächenmuster, die unter anderem mit lokalen Temperaturunterschieden, Schmierstoff, Fließfronten oder einer instabilen Füllung zusammenhängen können. Bewerten Sie ihre Lage zusammen mit Werkzeugtemperatur, Sprühprozess und Füllsimulation, bevor Parameter geändert werden.

3. Oberflächen- und Werkzeugfehler

3.1 Ankleben und Aufschweißen am Werkzeug (Die Soldering)

Oberflächen- und Werkzeugfehler können aus thermischer Überlastung, Strömungsbeanspruchung, Schmierung, Trennmittelauftrag oder Werkzeugzustand entstehen. Vor einer Parameteränderung sollten Bauteilbefund und Werkzeugbefund gemeinsam dokumentiert werden.

Beim Ankleben oder Aufschweißen haftet Legierung lokal an der Werkzeugoberfläche. Einflussfaktoren sind unter anderem lokale Werkzeugtemperatur, Auftreffgeschwindigkeit und -winkel, Legierung, Oberflächenzustand, Beschichtung und Schmierung. Es gibt keinen für alle Werkzeuge gültigen Einzelgrenzwert; messen Sie Hotspots und validieren Sie Gegenmaßnahmen in einem überwachten Versuch.

3.2 Gratbildung

Grat entsteht, wenn Metall in Trennflächen oder Spalte eindringt. Prüfen Sie Schließkraft, Werkzeugverschleiß, Trennflächen, Metallmenge, Druckaufbau und lokale Druckspitzen. Sicherheits- und Maschinenlimits dürfen bei der Ursachenprüfung nicht überschritten werden.

Häufige Fragen zu Druckgussfehlern

Wie unterscheidet man Gas- von Schwindungsporosität?

Gasporen sind häufig eher rundlich und glattwandig; Schwindungshohlräume wirken oft unregelmäßig oder dendritisch und liegen bevorzugt in thermischen Zentren. Diese Merkmale sind nur Indizien. Eine belastbare Zuordnung sollte durch Schliff, CT/Röntgen, Lageanalyse und Prozessdaten bestätigt werden.

Bei welcher Temperatur beginnt das Ankleben am Werkzeug?

Es gibt keinen universell gültigen Temperaturgrenzwert. Das Risiko steigt bei lokaler Überhitzung sowie abhängig von Aufprallgeschwindigkeit und -winkel, Legierungschemie, Werkzeugwerkstoff und -zustand, Beschichtung und Schmierung. Kritische Bereiche sollten mit Thermografie oder Thermoelementen gemessen und zusammen mit Strömung und Oberfläche bewertet werden.

Gilt dieser Leitfaden auch für andere Gießverfahren?

Viele Diagnoseprinzipien – Fehlerbild dokumentieren, Ursachenhypothesen bilden und Änderungen einzeln validieren – sind übertragbar. Konkrete Parameter und Fehlermechanismen unterscheiden sich jedoch zwischen HPDC, LPDC, Kokillen-, Sand- und anderen Gießverfahren.

Kann eine zu langsame Füllung Fehler verursachen?

Ja. Eine zu lange Füllzeit kann die Metallfront abkühlen lassen und Kaltlauf oder unvollständige Füllung begünstigen. Eine pauschale Erhöhung der Geschwindigkeit kann jedoch Turbulenz, Lufteinschluss oder Werkzeugbelastung verstärken. Optimieren Sie deshalb Füllzeit, Umschaltpunkt, Entlüftung und Temperatur als zusammenhängendes System und bestätigen Sie Änderungen durch Messungen.

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